Ökostrompreis

Seit der Jahrtausendwende sind in Deutschland die Preise für Strom enorm angestiegen. Während im Jahr 2000 deutsche private Haushalte bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 kWh jährlich noch etwa 14 Cent pro Kilowattstunde zahlen mussten, liegt der durchschnittliche Preis für Strom im Jahr 2021 bei 31,89 Cent pro Kilowattstunde. Er liegt somit etwa 0,3 Prozent höher als im Jahr 2020.

Auch im Vergleich mit dem übrigen Europa steht Deutschland auf der Spitzenposition. Nirgendwo anders in Europa müssen private Haushalte mehr für den Strom zahlen als in Deutschland.

Warum wird Strom immer teurer?

Der Preis für Strom besteht aus mehreren Bestandteilen, von denen mehr als die Hälfte aus einem Staatsanteil besteht. 25 Prozent der Kosten entstehen aus Netzentgelten, einschließlich Messungen. 24 Prozent des Preises für Strom entfallen auf Beschaffung und Vertrieb.

Der Preis für Strom stieg seit der Jahrtausendwende rapide, was vor allem an den immer höher werdenden Steuern, Abgaben und Umlagen und somit am ständig ansteigenden staatlichen Anteil liegt. Umlagen wurden eingeführt, um die politisch beschlossene Energiewende voranzutreiben. Allein hier erhöhte sich der Anteil zwischen 2000 und 2021 von 37 Prozent auf 51 Prozent.

Zusammensetzung des Strompreises

Wie hoch der Preis für Strom ist, hängt von zwei Hauptkomponenten ab. Die erste Komponente ist der Tarif, der sich nach dem Anbieter und dem Wohnort des Kunden richtet. Die zweite Komponente ist der tatsächliche Stromverbrauch. Bei der Zusammensetzung des Preises kommt es auf den Arbeitspreis und den Grundpreis an. Der Grundpreis ist eine Art Grundgebühr, die jeden Monat gleichbleibt. Der Arbeitspreis ist der tatsächliche Preis, der pro Kilowattstunden (kWh) vom Endverbraucher entrichtet wird. Der Grundpreis stellt die Aufwendungen des Stromversorgers dar, wozu die Kosten für die Abrechnung, für den Stromzähler sowie Vertriebs und Messkosten zählen. Der Arbeitspreis teilt sich auf zahlreiche Teilbeträge auf, von denen Anbieter, Netzbetreiber und der Staat Abgaben, Steuern und Umlagen enthalten.

Vom Arbeitspreis erhält der Staat den größten Teil in Form von Abgaben, Umlagen und Steuern. Erst jetzt kommt die Netznutzung, die zwar vom Stromversorger abgerechnet wird, jedoch an Netzbetreiber und Messstellenbetreiber gezahlt werden müssen.

Etwa 52 Prozent des Preises für Strom erhält der Staat, wobei sich dieser Anteil wiederum in zahlreiche kleinere Anteile aufteilt.

Die Stromsteuer in Höhe von 2,05 Cent pro Kilowattstunde ist eine Bundessteuer, die größtenteils in die Rentenkasse fließt. Ursprünglich galt diese Steuer als „Ökosteuer“. Der Hintergrund dieser Abgabe war, dass ein teurer Strom die Verbraucher zum Energiesparen anhält.

6,500 Cent pro Kilowattstunde (für das Jahr 2021) umfasst die EEG-Umlage, mit der die Eigner von Anlagen zur nachhaltigen Stromgewinnung gefördert werden. Hierzu zählen die Betreiber von Windkraft-, Solar-, Wasserkraft- sowie Biogas- und Geothermie-Anlagen. Die EEG-Umlage wurde im Jahr 2000 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eingeführt. Die EEG-Umlage soll dazu beitragen, in eine klimafreundliche Stromgewinnung zu investieren und um den Ausstieg aus Kohle und Atomenergie zu fördern. Bis 2025 sollen 40 Prozent und bis 2050 sogar 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.